Rock around the World
Von Amerika aus schwappte die neue Musik nach Europa
über. Auf besonders fruchtbaren Boden traf sie hier
zunächst im westlichen England. Paul McCartney, John Lennon,
Ringo Starr und George Harrison gründete in der Arbeiterstadt
Liverpool schließlich die Beatles. Zwar traten sie, zumindest
anfangs, in Schlips und Anzug auf und hatten mit ihren klassischen
„Pilzköpfen“ sogar einen
anständigen Haarschnitt vorzuweisen, dennoch wurden die
Beatles zur polarisierendsten Band ihrer Zeit.
Stärker als je zuvor kristallisierte sich der Bruch zwischen
Elterngeneration und Jugendkultur heraus. Die Beatles wurden zum
Synonym der sogenannten Beat-Musik, die von der Jugend geliebt, von den
Eltern aber verteufelt wurde. Ungeachtet aller elterlichen Bedenken,
und trotz seinerzeit noch sehr bescheidener medialer
Möglichkeiten, stiegen die Beatles binnen kürzester
Zeit zu absoluten Superstars auf. Wo sie auftauchten, herrschte
Hysterie – was sie trugen, wurde Mode. Mit Hits wie
„Help“ und „Penny Lane“
verkauften sie insgesamt 1,3 Milliarden Tonträger.
Anfang der 60er Jahre fand sich eine weitere legendäre
Musikband zusammen. Mick Jagger und Keith Richards, zwei ehemalige
Schulfreunde, wurden zum Kern der Band, die noch 50 Jahre
später Bestand haben sollte – die Rolling Stones.
War die Musikszene anfangs noch vergleichbar homogen, so stellten die
Rolling Stones zu den Beatles doch schon einen absoluten Gegenpol dar.
Erste Genres splitterten sich ab. Und wo die adretten Beatles mit ihren
melodisch-harmonischen Songs rückblickend als Urmutter aller
nachfolgenden Popbands gelten, wurden die Rolling Stones zu den
Vorreitern des ehrlichen, schnörkellosen Rock.